Was sind kontaktlose Bezahlfunktionen?

Immer mehr EC- und Kreditkarten sind mit einer kontaktlosen Bezahlmöglichkeit ausgestattet. So lassen sich kleinere Geldbeträge schnell und einfach bezahlen, indem lediglich die Karte an ein Lesegerät gehalten wird.

Wie funktioniert das kontaktlose Bezahlen genau?

Die Technik, die sich dahinter verbirgt, basiert auf Funkwellen, die in der Reichweite sehr stark begrenzt sind. Bekannt ist die Technologie daher unter der Bezeichnung “Near Field Communication” (abgekürzt NFC, zu Deutsch “Nahfeldkommunikation”).
Vielleicht haben Sie einen Hinweis darauf bereits entdeckt, wenn Sie vor kurzem ein neues Smartphone erworben haben. Viele neuere Geräte verfügen über einen integrierten Chip. Auch in vielen EC- und Kreditkarten sind mittlerweile diese Funkchips verbaut. Mit kompatiblen Lesegeräten ist dann ein drahtloser Datenaustausch möglich, wenn ein solcher Chip nah genug herangehalten wird. Im Unterschied zur klassischen bargeldlosen Zahlung mit Karte muss diese also nicht mehr eingesteckt bzw. durchgezogen werden und auch die Eingabe des Pins oder eine Unterschrift entfällt.
Natürlich ist diese Technologie insbesondere in Verbindung mit einem Smartphone noch sehr viel universeller einsetzbar und nicht rein auf eine Bezahlfunktionalität festgelegt. Übrigens ist auch der neue Personalausweis seit 2011 NFC-kompatibel.

Ist das nicht ziemlich riskant?

Fest steht, geht die Karte verloren, kann jeder damit ohne Authentifizierung bezahlen.
Aus diesem Grund kann auf dem kontaktlosen Zahlungsweg in der Regel auch nicht auf das Guthaben des zugehörigen Girokontos oder den kompletten Verfügungsrahmen zugegriffen werden. Vielmehr wird bei EC-Karten auf eine Prepaid-Funktion zurückgegriffen. Dazu muss vorab Guthaben auf die Karte geladen werden, bevor dieses für eine kontaktlose Zahlung verwendet werden kann. Zusätzlich ist sowohl das maximal mögliche Gesamtguthaben auf der Karte als auch die Gesamtsumme pro Einzelzahlung nach oben hin festgelegt. Bei Kreditkarten wird auf das Aufladen im Vorfeld verzichtet, doch ebenfalls mit Maximalsummen gearbeitet. Beträge, die darüber hinausgehen, erfordern die Angabe der Pin oder eine Unterschrift wie bei der regulären Kartenzahlung auch.
Ein weiteres Sicherheitsmerkmal ist der geringe Abstand von nur wenigen Zentimetern zum Lesegerät, bevor eine Übertragung zustande kommt. So kann der Datenaustausch kaum unbemerkt abgehört werden.
Zahlungsdienste auf dem Smartphone sind zudem oftmals zusätzlich durch die Eingabe eines Sicherheitscodes oder des Pins zum Entsperren des Geräts gesichert.

Wo kann ich kontaktlos bezahlen?

Leider steckt die Verbreitung hierzulande noch in den Kinderschuhen. Entsprechende Lesegeräte sind in vielen Geschäften oder an Ticketautomaten noch nicht verfügbar. Während in Asien beispielsweise bereits mehrheitlich der Kauf von Tickets für öffentliche Verkehrsmittel auf diese Weise möglich ist, befindet sich der Dienst “Touch&Travel” der Deutschen Bahn noch im Anfangsstadium und wird besonders von Datenschützern aufgrund der gespeicherten und verarbeiteten Daten kritisiert. Fairerweise muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Menge an gespeicherten Daten beim Bezahlen per Funk grundsätzlich kritisch gesehen wird, auch beim Einsatz von Kredit- und EC-Karten. Ob der praktische Nutzen diese Bedenken zerstreut oder Anpassungen in den Funktionsweisen erfolgen werden, bleibt abzuwarten.

Douglas und Aral sollen Ihre Kassensysteme jedenfalls bundesweit bereits mit NFC-Fähigkeit ausgestattet haben. Grundsätzlich ist es möglich, dass aufgrund der unterschiedlichen Anbieter nicht alle NFC-Karten auch an allen Kontaktlos-Terminals akzeptiert werden. MasterCard ermöglicht die Suche nach Akzeptanzstellen mit dem internationalen MasterCard PayPass Locator, doch ob dort ebenfalls mit anderen Karten bezahlt werden kann, ist daher fraglich.
Halten Sie doch in Ihren Lieblingsgeschäften, in Cafés und an Ticketautomaten Ausschau nach entsprechenden Logos oder fragen Sie das Personal nach dieser neuen Zahlungsmöglichkeit und schreiben Sie uns Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen gerne in die Kommentare!

Wer bietet Karten mit kontaktloser Bezahlfunktion an?

Die Sparkassen haben hier eine Vorreiterstellung in Deutschland eingenommen und geben mittlerweile nur noch Karten mit NFC-Chip unter der Bezeichnung “girogo” aus, so z. B. auch die Direktbank der Frankfurter Sparkasse 1822direkt.
VISA (“payWave”) und MasterCard (“PayPass”) statten mittlerweile ebenfalls die ausgegebenen Kreditkarten mit Funkchips zum kontaktlosen Bezahlen aus. So bieten unter anderem DKB und Postbank VISA-Karten mit payWave an. netbank und DAB bank zählen zu den Herausgebern von MasterCards mit PayPass.
Über kurz oder lang werden aber voraussichtlich die meisten Karten mit dieser Funktionalität ausgestattet sein, erkennbar an entsprechenden Logos oder Schriftzügen.

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