Das Gehaltskonto – Was ist das und wo bekomme ich eins?

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen:
Ein Gehaltskonto, auch als Lohnkonto bekannt, ist eigentlich ein ganz normales Girokonto.

Girokonten werden für den täglichen Zahlungsverkehr verwendet, da sie jederzeit den Empfang von Zahlungen sowie die Überweisung von Beträgen auf Fremdkonten ermöglichen. Darüber hinaus lassen sich mit der zugehörigen EC-Karte bargeldlose Zahlungen, beispielsweise beim Einkauf im Supermarkt, tätigen und Bargeld an Geldautomaten abheben.
Ein Girokonto benötigt – zumindest in Deutschland – somit fast jeder.

Warum also “Gehaltskonto”?

Zunächst einmal bezeichnet der Begriff lediglich eine Art der Verwendung des Girokontos.
Wenn Sie einen Beruf ausüben und Ihnen dafür Gehalt gezahlt wird, wenn Sie Rente beziehen oder wenn Sie für irgendwelche anderen Tätigkeiten eine regelmäßige Entlohnung erhalten und diese Beträge auf Ihr Girokonto überwiesen werden, dann nutzen Sie Ihr Konto als Gehaltskonto.
Dies schließt selbstverständlich nicht aus, dass Sie Ihr Konto auch anderweitig nutzen. Sinnigerweise ist der regelmäßige Empfang von Zahlungen überhaupt erst die Grundlage dafür, dass Sie Ihr Girokonto für eigene Zahlungen an andere Personen oder Unternehmen und für Geldabhebungen verwenden können.

Wofür wird dann eine Unterscheidung zwischen Giro- und Gehaltskonto gemacht?

Im Alltag werden Sie diese Unterscheidung sehr wahrscheinlich nicht einmal antreffen. Ihr Chef oder die Personalabteilung Ihres Arbeitgebers wird Sie nach den Kontodaten Ihres Girokontos fragen. Gleiches gilt für Behörden, Ämter und andere Institutionen.
Wer Sie hingegen ganz gezielt mit dem Begriff Gehaltskonto konfrontieren wird, das ist die Bank, bei der Sie das Girokonto führen (werden) – auch wenn das häufig nur in Sternchentexten geschieht. Für das kontoführende Geldinstitut macht es nämlich einen nicht unerheblichen Unterschied, ob Sie Ihr Konto regelmäßig nutzen werden oder es einfach nur “besitzen”.

Warum interessiert es die Bank, ob ich mein Girokonto als Gehaltskonto nutze?

Nicht alle Banken sind zwangsläufig daran interessiert. Manche Kreditinstitute brummen Ihnen einfach Gebühren für die Kontoführung und teilweise auch für die Verwendung des Kontos auf. In diesen Fällen ist es der Bank weitgehend egal, was Sie mit Ihrem Konto anstellen. Dieses Modell ist bei Filialbanken immer noch sehr verbreitet.
Direktbanken hingegen können aufgrund der niedrigeren Kostenstruktur, denn sie können auf Filialen inkl. Personal verzichten, vielfach komplett kostenlose Girokonten anbieten. Von diesen Banken haben Sie zwar wenig an Beratungsleistung zu erwarten und Ihre Bankgeschäfte müssen Sie größtenteils per Telefon oder Internet erledigen, doch vielen ist das die Gebührenersparnis wert. Dieses Kontomodell ist für traditionelle Geldhäuser also eine durchaus ernstzunehmende Konkurrenz.
Diese Konkurrenzsituation führt dazu, dass auch Filialbanken günstigere und sogar kostenlose Girokontos einführen. Des Weiteren bieten einige Banken Neukunden auch schon einmal Geschenke oder Startguthaben für die Kontoeröffnung an. Sie können es sich vielleicht schon denken: Ein kostenloses Konto, das nicht genutzt wird, welches die Bank aber dennoch verwalten muss, macht der Bank wenig Spaß – ganz besonders dann, wenn die Bank hohe Kosten zu tragen hat (Filialbanken) oder wenn Sie Ihnen für dieses ungenutzte Konto auch noch ein Geschenk überreichen oder Startguthaben auszahlen soll.

Das Gehaltskonto als Voraussetzung

Um Missbrauch vorzubeugen, aber natürlich auch, um Kunden längerfristig zu binden, knüpfen daher viele Banken das Angebot eines kostenlosen Girokontos, kostenfreier Extraleistungen des Kontos, von gratis Kreditkarten zum Konto und von Startguthaben oder Willkommensgeschenken an die Voraussetzung, dass dieses Konto als Gehaltskonto geführt wird.
Dafür wird in der Regel ein Mindestbetrag definiert, der für einen bestimmten Zeitraum pro Monat auf dem Konto eingehen muss. Wichtig ist noch zu beachten, dass diese Zahlungen von einem Dritten erfolgen müssen, damit sie gewertet werden. Eigenüberweisungen von einem anderen Konto werden meistens ausgeschlossen.

Sollte ich ein solches Gehaltskonto-Angebot wahrnehmen?

Wenn Sie

  • Gehalt oder Rente beziehen und für Ihr derzeitiges Konto Gebühren zahlen oder unzufrieden damit sind: Ja!
  • noch kein Girokonto besitzen und bald regelmäßige Zahlungen in ausreichender Höhe erhalten werden: Auf jeden Fall!
  • bei wiederkehrenden Zahlungseingängen bereits ein kostenloses Konto haben, mit dem Sie zufrieden sind: Das kommt darauf an, ob Sie für eine Prämie oder ein Startguthaben den Kontowechsel auf sich nehmen möchten.
  • zwar regelmäßig Geld erhalten, die Summe aber unter den definierten Mindestbeträgen liegt: In diesem Fall sollten Sie sich lieber für ein kostenloses Girokonto ohne Extras entscheiden.

Egal, welche Situation auf Sie zutrifft, ein Girokontovergleich hilft dabei, die richtige Entscheidung zu treffen und das für Sie am besten passende Gehaltskontoangebot wahrzunehmen.
Auf Banking-24.com können Sie ganz leicht Girokonten vergleichen.

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